Eine Website, die drei Sekunden zum Laden braucht, verliert einen Teil ihrer Besucher, bevor überhaupt etwas zu sehen ist. Das Ärgerliche daran: Die meisten Bremsen sind schnell gefunden und kosten nichts außer einer halben Stunde Aufmerksamkeit. Diese Checkliste geht die Punkte in der Reihenfolge durch, in der sie wirklich etwas bringen, vom ersten Messwert bis zur letzten Feinheit. Du brauchst dafür kein Technikstudium, nur einen Browser und etwas Geduld.

Website Geschwindigkeit testen: der ehrliche Startwert

Bevor du irgendetwas änderst, brauchst du eine Zahl. Ohne Ausgangswert kannst du hinterher nicht sagen, ob deine Arbeit etwas gebracht hat, und du reparierst womöglich eine Stelle, die gar nicht das Problem war. Der erste Schritt ist deshalb immer eine Messung, und zwar an einem ganz normalen Tag, nicht direkt nachdem du gerade den Cache geleert hast.

Das bekannteste Werkzeug dafür ist PageSpeed Insights von Google. Du gibst deine Adresse ein und bekommst zwei Auswertungen: Labordaten aus einem simulierten Aufruf und, falls deine Seite genug Besucher hat, echte Felddaten von realen Nutzern. Die Felddaten sind die wichtigeren, weil sie zeigen, was deine Besucher tatsächlich erleben, mit ihren Geräten und ihrer Verbindung.

Achte dabei besonders auf einen Wert namens Largest Contentful Paint. Er misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element geladen ist, meistens das Hauptbild oder die Überschrift ganz oben. Google zählt alles bis 2,5 Sekunden als gut. Dieser Wert gehört zu einer Gruppe von drei Messgrößen, die Google Core Web Vitals nennt und die in die Bewertung deiner Seite einfließen. Für den Anfang reicht es, wenn du dich auf diesen einen Wert konzentrierst.

Pagespeed optimieren: erst messen, dann anfassen

Miss immer zweimal, einmal für den Desktop und einmal für das Handy. Die Mobilwerte fallen fast immer deutlich schlechter aus, weil die Rechenleistung eines Telefons begrenzt ist und die Verbindung schwankt. Notiere dir beide Zahlen mitsamt Datum in einer schlichten Tabelle. Diese zwei Zeilen sind später dein Beweis, dass sich etwas bewegt hat, und sie bewahren dich davor, im Gefühl zu arbeiten.

Welche Ladezeit für Websites realistisch ist

Die Frage nach der richtigen Zielmarke bekomme ich fast in jedem Gespräch. Eine Antwort mit einer einzigen Zahl gibt es nicht, aber es gibt eine gute Faustregel: Was innerhalb von zwei Sekunden sichtbar wird, empfinden Besucher als schnell. Zwischen zwei und vier Sekunden merken sie eine Verzögerung. Ab vier Sekunden brechen spürbar viele ab, besonders unterwegs.

Wichtig ist dabei der Unterschied zwischen zwei Dingen, die oft verwechselt werden. Die eine Größe ist, wann der Besucher etwas sieht. Die andere ist, wann die Seite komplett fertig geladen hat. Für den Eindruck zählt fast nur die erste. Eine Seite, die nach 1,5 Sekunden lesbar ist und im Hintergrund noch zwei Sekunden nachlädt, fühlt sich schnell an. Eine Seite, die drei Sekunden lang weiß bleibt und dann auf einen Schlag komplett da ist, fühlt sich langsam an, obwohl sie insgesamt gleich lange braucht.

Setz dir deshalb ein Ziel, das zu deiner Seite passt. Ein schlanker Handwerksauftritt mit fünf Seiten sollte auf dem Handy unter zwei Sekunden bleiben. Ein Onlineshop mit Filtern, Warenkorb und Bewertungen wird das nicht schaffen und muss es auch nicht. Entscheidend ist, dass die Ladezeit deiner Website zu dem passt, was sie leistet, und dass sie nicht ohne Grund langsam ist.

Bilder: der größte Hebel überhaupt

Wenn eine Seite lahmt, liegt es in den allermeisten Fällen an den Bildern. Sie machen oft achtzig Prozent des Datenvolumens aus, und genau dort steckt der Hebel, den du ohne Programmierkenntnisse selbst umlegen kannst. Der häufigste Fehler ist schnell erklärt: Ein Foto kommt mit 4000 Pixel Breite direkt aus der Kamera in die Seite, wird dort aber nur 800 Pixel breit angezeigt. Der Besucher lädt trotzdem die volle Datei.

Diese vier Punkte lösen fast jedes Bildproblem:

  • Skaliere jedes Bild vor dem Hochladen auf die Breite, in der es tatsächlich erscheint. Für scharfe Darstellung auf modernen Displays reicht die doppelte Breite.
  • Speichere im Format WebP statt JPEG. Bei gleicher sichtbarer Qualität sparst du damit oft ein Viertel bis ein Drittel der Dateigröße.
  • Lass alles, was erst beim Scrollen sichtbar wird, verzögert laden. Im HTML genügt dafür das Attribut loading mit dem Wert lazy.
  • Gib bei jedem Bild Breite und Höhe an. Dann reserviert der Browser den Platz sofort, und der Text springt beim Laden nicht mehr herum.

Eine Ausnahme gehört dazu: Das große Bild ganz oben, das der Besucher sofort sieht, darf nicht verzögert geladen werden. Genau dieses Bild ist meistens der gemessene Largest Contentful Paint, und wenn du es künstlich bremst, verschlechterst du den wichtigsten Wert. Alles unterhalb des ersten Bildschirms lädst du verzögert, das erste Bild lädst du bevorzugt.

Rechne einmal grob nach, was das ausmacht. Zehn Fotos zu je drei Megabyte ergeben dreißig Megabyte, die über die Leitung müssen. Richtig skaliert und als WebP gespeichert werden daraus schnell zwei Megabyte. Über eine Mobilverbindung ist das der Unterschied zwischen einer halben Minute und zwei Sekunden.

Schriften, Skripte und Plugins ausmisten

Nach den Bildern kommt der zweite Block, und der ist unsichtbar. Schriftarten, Analysewerkzeuge, Chatfenster, Kartendienste und Newsletter-Formulare laden alle eigene Dateien nach, oft von fremden Servern. Jede dieser Verbindungen kostet Zeit, bevor auch nur ein Byte des eigentlichen Inhalts ankommt.

Bei Schriften lohnt sich der genaue Blick am meisten. Viele Seiten binden drei oder vier Schriftfamilien in je vier Schnitten ein, benutzt werden am Ende zwei. Beschränke dich auf eine Schrift in zwei Schnitten, normal und fett, verwende das Format woff2 und hinterlege die Dateien auf deinem eigenen Server. Das ist nicht nur schneller, es erspart dir auch den Umweg über einen fremden Anbieter, bei dem die Adresse deiner Besucher mitgeschickt wird. Sauberes Webdesign und Datenschutz zeigen hier in dieselbe Richtung.

Bei allem, was per Skript nachlädt, hilft eine einfache Frage: Wann hast du zuletzt hineingeschaut? Ein Analysewerkzeug, dessen Berichte niemand liest, ein Chatfenster, über das seit einem Jahr keine Nachricht kam, eine eingebettete Karte auf einer Seite, die kaum jemand aufruft. Alles davon kostet jeden Besucher Ladezeit, jeden Tag. Was du nicht aktiv nutzt, fliegt raus.

Prüfe zum Schluss noch die eingebetteten Videos. Ein Video, das direkt auf der Startseite eingebunden ist, lädt beim Aufruf sein komplettes Abspielgerüst mit. Wenn du stattdessen ein Vorschaubild zeigst, das erst beim Klick das Video nachlädt, sparst du mehrere hundert Kilobyte bei jedem einzelnen Seitenaufruf.

WordPress Ladezeit optimieren: vier Stellschrauben

Läuft deine Seite auf WordPress, kommen ein paar typische Bremsen hinzu, die sich aber alle gut in den Griff bekommen lassen. Der erste Blick gilt den Plugins. Eine gewachsene Installation hat oft dreißig Stück, von denen ein Drittel deaktiviert oder vergessen ist. Jedes aktive Plugin kann eigene Dateien in jede Seite einhängen, auch dort, wo es gar nicht gebraucht wird.

Der zweite Punkt ist das Theme. Universal-Themes, die alles können sollen, bringen ein Vielfaches an Code mit, verglichen mit einem schlanken Theme oder einer maßgeschneiderten Umsetzung. Wenn du beim Ausmisten merkst, dass allein das Theme mehrere hundert Kilobyte an Stilangaben lädt, von denen deine Seite einen Bruchteil verwendet, ist das ein deutliches Signal.

Der dritte Punkt ist ein Caching-Plugin. WordPress baut jede Seite bei jedem Aufruf neu aus der Datenbank zusammen. Ein Caching-Plugin legt das fertige Ergebnis ab und liefert es beim nächsten Aufruf direkt aus. Das ist meist der einzelne Schritt mit der größten Wirkung und in einer Viertelstunde eingerichtet. Der vierte Punkt ist die PHP-Version: Wer noch auf einer alten Version läuft, verschenkt spürbar Tempo an einer Stelle, an der eine Umstellung beim Hoster oft nur ein Klick ist.

Geh diese vier Punkte in genau dieser Reihenfolge durch und miss nach jedem einzelnen nach. So siehst du, welcher Schritt bei dir tatsächlich etwas gebracht hat, statt am Ende vier Änderungen gleichzeitig zu haben und zu raten.

Hosting und Caching als Fundament

Alle bisherigen Punkte helfen wenig, wenn der Server selbst zu lange braucht, um überhaupt zu antworten. Diese Wartezeit bis zum ersten Byte ist das Fundament, auf dem alles andere steht. Bei einfachen Tarifen für wenige Euro im Monat teilen sich häufig hunderte Websites eine Maschine, und dann schwankt die Antwortzeit mit der Auslastung der Nachbarn.

Ein guter Anhaltspunkt: Die Antwort des Servers sollte deutlich unter einer halben Sekunde liegen. Liegt sie darüber, obwohl deine Seite schlank ist, dann liegt es nicht an deinen Bildern. Dann ist der Tarif das Problem, und ein Wechsel bringt mehr als jede weitere Feinarbeit am Inhalt.

Der zweite Teil des Fundaments ist die Frage, was der Browser sich merken darf. Dateien, die sich selten ändern, also Stilangaben, Skripte und Bilder, sollten mit einem langen Verfallsdatum ausgeliefert werden, damit ein wiederkehrender Besucher sie nicht erneut lädt. Die HTML-Seite selbst bekommt dagegen eine kurze Vorgabe, damit Änderungen sofort ankommen. Damit trotzdem nichts hängen bleibt, hängt man an den Dateinamen der Stilangaben eine Kennung, die sich bei jeder Änderung mitändert. Dann bekommt jeder Besucher sofort die neue Fassung, ohne dass jemand seinen Cache leeren muss.

Website Performance optimieren und dranbleiben

Tempo ist kein Projekt, das einmal abgeschlossen wird. Eine Seite wird langsamer, weil das Leben weitergeht: Es kommen Bilder dazu, ein neues Werkzeug wird eingebunden, ein Plugin aktualisiert sich und bringt mehr Code mit. Nach einem Jahr ohne Kontrolle ist der schöne Wert von damals meistens Geschichte.

Nimm dir deshalb einen festen Termin, einmal im Quartal, und geh die Liste in zwanzig Minuten durch: messen, mit dem letzten Wert vergleichen, neue Bilder prüfen, Plugins durchsehen. Das ist weniger Aufwand als eine einzige Wiederherstellung, wenn es irgendwann richtig langsam geworden ist.

Ein Wort noch zum Zusammenhang mit der Sichtbarkeit bei Google. Geschwindigkeit ist ein Rankingfaktor, aber ein schwächerer, als oft behauptet wird. Eine schnelle Seite mit dünnem Inhalt überholt keine langsame Seite, die eine Frage wirklich beantwortet. Der Nutzen liegt woanders: Wer nicht abspringt, liest weiter, und wer weiterliest, fragt eher an. Tempo verstärkt gute Inhalte, es ersetzt sie nicht. Wie du diese Inhalte aufbaust, gehört ins Feld Suchmaschinenoptimierung und ist ein eigenes Thema.

Wenn du an einer Stelle anfangen willst, dann bei der mobilen Ansicht. Dort ist die Rechenleistung am kleinsten, die Verbindung am unzuverlässigsten und der Anteil der Besucher am größten. Wie du eine Seite von vornherein für kleine Bildschirme baust, statt sie nachträglich zusammenzuschieben, habe ich im Beitrag zu Mobile First im Webdesign beschrieben. Beides greift ineinander: Eine Seite, die für das Handy gedacht ist, ist fast automatisch auch die schnellere.

Am Ende geht es nicht um einen Punktestand in einem Testwerkzeug. Es geht darum, dass jemand mit einer Frage auf deiner Seite landet und nicht wartet, sondern liest. Wer seine Website schneller machen will, braucht dafür meistens kein neues Projekt, sondern nur eine aufgeräumte Runde, bei der sich der Aufwand direkt in etwas Sichtbares übersetzt. Wenn du dabei jemanden brauchst, der die Messwerte einordnet: Ich bin Dominique Feld und mache Webdesign in Trier.

Deine Seite auf dem Prüfstand

Schick mir deine URL für eine ehrliche Einschätzung deiner Ladezeit. Du bekommst von mir die gemessenen Werte für Desktop und Handy, die drei größten Bremsen im Klartext und eine Einschätzung, was du selbst erledigen kannst und was Hand anlegen erfordert. Ohne Vertrag und ohne Verkaufsgespräch.

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